In manchen Situationen müssen die Charaktere anhand einer Probe entscheiden, ob ihnen etwas gelingt oder nicht. Möchte ein Charakter beispielsweise eine steile Wand erklimmen, wird über eine Probe entschieden, ob er dies schafft. Als Faustregel gilt: Besteht bei einer Handlung ein Risiko für den Charakter, muss eine Probe geworfen werden.
Inhaltsverzeichnis
Einfache Probe
Der Spielleiter gibt bei einer Probe zunächst eine Schwierigkeit vor (z.B. 2), sowie ein Attribut, welches benötigt wird, um die Aufgabe zu meistern (z.B. Charisma zum Überreden einer Stadtwache).
Schwierigkeit | Bedeutung |
|---|---|
1 | Einfach |
2 | Standard |
3 | Fordernd |
4+ | Schwer |
Hat ein Spieler nicht genügend Würfel, um eine Schwierigkeit zu erreichen, kann er die Probe nicht schaffen.
Der Spieler würfelt nun eine Anzahl sechsseitiger Würfel, die seinem Attributwert entspricht. Jeder Würfel, der eine 5 oder 6 zeigt, wird als Erfolg gewertet. Übersteigt die Anzahl der Erfolge die Schwierigkeit, ist die Probe gelungen. Manche Aktionen erfordern ggf. mehr als eine Probe, z.T. auch auf unterschiedliche Attribute.
Möchte ein Spieler eine misslungene Probe wiederholen, wird hierfür ein Würfel entfernt. Mit jedem weiteren Versuch wird auch ein weiterer Würfel entfernt. Hat der Spieler keinen Würfel mehr übrig, kann er auch keine weiteren Versuche unternehmen.
In einem Abenteuer wird eine Probe über das Symbol und die Schwierigkeit notiert. Eine Probe auf Charisma gegen die Schwierigkeit 2 wird beispielsweise als (2) geschrieben.
Eine misslungene Probe ist nicht immer ein totaler Fehlschlag. Solange mindestens ein Erfolg erzielt wurde, kann der Spielleiter Teilerfolge werten. Hat ein Charakter beispielsweise versucht eine Tür einzutreten, für die er 2 Erfolge benötigt hätte, reicht 1 Erfolg ggf. schon aus, die Tür (mit viel Lärm) zu beschädigen, sodass eine weitere Probe nur 1 Erfolg benötigt.
Alternativ oder ergänzend zur Schwierigkeit kann der Ausgang einer Probe auch über die Qualität des Ergebnisses entscheiden. Möchte ein Charakter beispielsweise ein Schwert schmieden, wäre ein Erfolg ausreichend. Jeder weitere Erfolg könnte jedoch z.B. die Qualität des Schwertes erhöhen oder den Materialverbrauch senken.
Fertigkeiten
Steht ein Spieler vor einer Probe, kann er dem Spielleiter eine zur Situation passende Fertigkeit nennen. Beim Erklimmen einer Wand wird beispielsweise eine Probe auf Kraft gefordert, der Charakter hat jedoch zusätzliche die Fertigkeit Klettern. Ist der Spielleiter einverstanden, erhält der Spieler für seine Probe Bonuswürfel in Höhe der Fertigkeitsstufe. Passt die Fertigkeit bzw. der Aspekt nur teilweise, kann der Spielleiter ggf. auch nur einen Teil der Bonuswürfel zulassen.
Vorteil und Nachteil
Unter bestimmten Umständen kann ein Charakter einen Vorteil oder einen Nachteil auf seine Probe erhalten. Das kann z.B. durch günstige Umstände, vorteilhafte Umgebung, Kampfpositionen, Ausrüstung, Zauber oder Stärken passieren. Für jeden Vorteil erhält der Spieler einen Bonuswürfel für seine Probe. Analog wird für jeden Nachteil ein Würfel abgezogen.
Vergleichende Probe
Treten zwei Kontrahenten gegeneinander an, können sie eine vergleichende Probe würfeln. Beide Charaktere würfeln dazu die Probe. Der Charakter mit den meisten Erfolgen gewinnt. Je nach Situation können auch verschiedene Attribute zum Einsatz kommen. Bei Gleichstand entscheidet der höhere Basiswert (Attribut + Fertigkeit). Ist auch dieser identisch (und ist ein Gleichstand erzählerisch nicht möglich), wird die Probe wiederholt.
Zusammenarbeiten
Wenn die Umstände es zulassen, können Charaktere zusammenarbeiten. Dazu wird zunächst ein Hauptakteur bestimmt. Die anderen Charaktere sind Unterstützer. Jeder Unterstützer würfelt nun zunächst die geforderte Probe. Hat der Unterstützer mindestens 1 Erfolg erzielt, erhält der Hauptakteur einen Vorteil.
Erweiterte Proben
Erweiterte Proben können genutzt werden, um einen langwierigen Prozess darzustellen, oder Zeitdruck zu simulieren. Hierbei muss der Spieler über mehrere Proben hinweg eine vorgegebene Anzahl an Erfolgen ansammeln. Jede Probe hat dabei eine fixe Dauer und mit jeder weiteren Probe wird ein Würfel aus dem Würfelpool des Spielers entfernt. Hat der Spieler die erforderliche Anzahl an Erfolgen erreicht, ist die Probe gelungen. Gehen ihm die Würfel aus, misslingt die Probe.