Wer sich länger mit den Elfen beschäftigt kommt irgendwann bei einem augenscheinlichen Paradoxon an. Die Spezies, die sich an exquisitem Essen und Trinken erfreut wie kaum eine andere und die (wenn sie unter sich sind) feiert als gäbe es kein Morgen; die Spezies, die sich in höchsten Künsten der Malerei, Handwerkskunst sowie Poesie übt; die Spezies, die sich gerne vergnügt und viel lacht - diese Spezies kann mit einem Schlag kalkulierend und fast schon gefühlskalt werden. Was oft übersehen wird ist, wann diese zweite Seite der Elfen zum Vorschein kommt: sobald es um die Sicherheit des Stammes geht. Sobald es um den Stamm geht geben sie keine zwei Kupfer auf alles andere.
Die Gegenwart ist nunmal das Kind der Vergangenheit, entsprechend lohnt es sich diese zu verstehen. Denn damit wird auch dieser Kern des elfischen Lebensverständnisses nachvollziehbar.
Die Geschichtsforschung redet vielfach vom großen Troll-Elf-Krieg der Vorzeit. Das oft vorherrschende Bild, dass sich die Trolle und die Elfen, unterstützt durch die aufblühende Menschheit, auf unzähligen Schlachtfeldern quer über Pangaea bekriegt haben ist faktisch falsch. Dies ist eine romantisierte Darstellung welche primär durch die Geschichtsschreiber der Elfen und Menschen unterstützt wird. Vielmehr waren die Trolle die dominante Spezies und die Elfen haben über Jahrhunderte hinweg nur mit Mühe ihren Platz in dieser Weltordnung halten können und wurden nicht versklavt oder ins Abseits getrieben.
Anfangs bevorzugten die Elfen ähnliche Landschaften wie sie die Menschen auch bewohnen: Viel Weidefläche und weite, blühende Landschaften. Entsprechend wurden sie ebenso Ziele der trollschen Übergriffe. Doch haben die Elfen gelernt, dass sie sich auf ihre eigenen Stärken und die Schwächen der Trolle konzentrieren müssen, wenn sie überleben wollen. Körperlich waren sie grazil und flink, zudem konnten sie als einzige der Spezies Trolle auf Jagd hören. Auf offenem Feld waren sie den Trollen unterlegen. Doch auf verschlungenem, unübersichtlichem Terrain hatten sie eine reelle Möglichkeit zu obsiegen. Konnte die dritte Dimension ebenso eingesetzt werden, hatten sie gegen die sich vorwiegend am Boden fortbewegenden Trolle umso mehr Vorteile. So gaben sie ihre bevorzugte Lebensweise vollständig auf und zogen in die Wälder und lernten dort zu überleben - und mit der Zeit zu leben. Ein gewisses Maß an Verbundenheit zu ihren früheren Nachbarn, den Menschen, haben die Elfen dabei erhalten. Und so halfen sich diese beiden Spezies gegenseitig um den Trollen Paroli zu bieten.
Randnotiz: Das Bild der baumliebenden Elfen ist allgegenwärtig. Doch war die Kausalitätskette eine andere als oft angenommen. Die Elfen leben nicht in den Wäldern, weil sie die Natur so lieben. Sie haben die Natur lieben gelernt, weil sie in den Wäldern Zuflucht vor den Trollen fanden.
So ist im Grunde der Samen der Lebensweise der Elfen gar nicht so verschieden von dem der Orks: Der Stamm muss überleben. Doch die Lehren die gezogen wurden unterscheiden sich deutlich. Bei den Orks entsprang die Vision von Stärke und Kampf diesem Samen. Bei den Elfen hingegen gilt:
Erfreu dich daran was du heute hast, morgen könnte es das nicht mehr geben
Opfere was du heute hast, damit es ein Morgen gibt
Dieses Verständnis der Vergänglichkeit wurde sicher auch durch die lange Lebensspanne der Elfen verstärkt.

Ziehen vor:
Bäume und Grün drumherum oder in der Nähe
Meiden:
Karges Land