Nur der starke Stamm überlebt.

Die älteste aller überlieferten Dogmen der Orks. Es lohnt sich zu betrachten wodurch dieses Dogma geformt wurde. Dem geneigten Schüler könnte sich dadurch eine deutlicher reichere Kultur eröffnen, als viele beim Anblick eines Orks vermuten. Ja, Orks rauben und morden - nach dem Kulturverständnis der Menschen. Die Frage die man aber stellen muss ist nach dem “Warum?” und dem “Wozu?”.


Studien alter Aufzeichnungen zeigen, dass die Orks ursprünglich ebenfalls in den saftigen, fruchtbaren Gegenden der Welt ihr Heimat suchten. Doch war die Welt zu jener Zeit weniger gezähmt als heute. Auch waren dies die Zeit in welcher Trolle und Elfen aggressiver lebten als heute zu vermuten steht. Das schwarze Fell und der den Orks typische Geruch stimmten auch die Menschen wenig positiv.

So blieb den Orks nicht viel als der Kampf. Der Kampf gegen die Trolle, Elfen und Menschen. Aber auch der Kampf gegen die Natur und das Land. Mehr und mehr fanden sie Zuflucht und sogar Heimat in den verlassenen, den öden Landstrichen von Pangaea. Und dort wurde im Laufe der Zeit die orkische Kultur wie in einem Schmelztiegel geformt - gereinigt von aller Unreinheit welche das Überleben des Stamms gefährden könnte.

Schon zu frühen Zeiten, als die Orks stärker in die Randzonen auswanderten, zeigte sich ihnen deutlich wie wichtig die Lektionen der Natur sind. Wer sorglos sein Wasser rationierte, der überlebte die Wanderschaft des Trosses nicht. Als das Wasser in der Wüste noch nicht gewissenhaft versiegelt wurde ging zu viel verloren und viele Trosse verloren einen Großteil ihrer Kleinen, und somit ihre Zukunft. Als die ausgehungerten, wilden Tiere der Wüsten das Essen rochen kamen sie und bedrängten den Stamm.

Der Kampf wurde so zum zentralen Fixpunkt für das orkische Leben und die orkische Kultur. Und mit der Zeit wurde der Kampf nicht nur notwendiges Übel oder gegebene Tatsache, sondern der Kampf wurde als Gut in sich angesehen. Zu Kämpfen heißt sich und seiner Familie Ehre zu machen. Im Kampf zu sterben ist ein willkommenes Opfer. Und somit auch das Gegenteil: Mitleid wird als fehlgeleitet wahrgenommen. Der Kranke oder Verletzte benötigt mehr Behandlung und Kraft, gleichzeitig macht er den Tross langsamer und angreifbarer. Lass den Ork lieber in Ehre sterben als ihn zur Belastung oder gar Gefahr des Stammes werden. Gönne ihm den schnellen Tod durch die Waffe als den langsamen Tod durch Hunger, Schmerz und Krankheit.

So gestählt kamen die Orks aus der Wüste zurück und nahmen sich mit Gewalt was die anderen Spezies ihnen nicht gönnen wollten: Alles, was Ihnen die Wüste nicht geben konnte. Der Kampf ist notwendig und nicht willkürlich. Doch der Kampf wird willkommen geheißen, denn es gilt immer:


Nur der starke Stamm überlebt.


Aus diesem Leitspruch entstammen weitere, zentrale Lektionen:

  • Auch der stärkste Krieger ist nichts, ohne seinen Stamm. Entsprechend beschützen die Orks bis heute die Ihren. Greifst du auch nur das schwächste Mitglied eines Stammes an werden dich die stärksten Mitglieder jenes Stammes jagen.

  • Disziplinlosigkeit ist tödlich. Wenn man jeden Tag gegen die Mächte der Natur bestehen will sind auch kleine Fehler tödlich. Und bevor dein Fehler andere aus dem Stamm gefährden kann wirst du direkt vom Stamm bestraft. Denn:

  • Bereits ein einzelner Schwacher kann den ganzen Stamm gefährden. Entsprechend wird Schwäche bei den Orks nicht toleriert.

  • Was der Anführer sagt gilt. Solange ein Anführer stark ist gilt sein Wort unumstößlich, aber zeigt er Schwäche ist es die natürliche Pflicht eines Orks ihn auf seiner Position zu ersetzen um Schaden vom Stamm abzuwenden. Nur wenn man diese Kultur versteht kann man verstehen wie Orks bis heute miteinander und mit anderen umgehen.

Diese Zelebration des Kampfes führt auch zu einem anderen, großen Missverständnis zwischen den Orks und den anderen Spezies: Kampferfahrene Orks verzieren ihre Kleidung mit Knochen der getöteten Feinde. Dies ist keinesfalls als abwertend gemeint, denn ein Ork nimmt nur von den Feinden eine Memento mit, den er als ehrenwerter Gegner ansieht.

In der Wüste gibt es keinen Raum für Bestattungszeremonien wie für die anderen Spezies. Im Kampf werden die getöteten der Natur überlassen, und diese lässt nichts zurück. Will man also jemanden ehren lässt man diesen nicht ins Vergessen geraten sondern nimmt ein Memento an sich. Und solange man selbst lebt trägt man diese Erinnerung an den großen, geehrten Feind mit sich. Und je höher man den Feind schätzt umso sichtbarer wird das Memento platziert.

Auch wenn es natürlich Handel sowie Heirat zwischen verschiedenen Stämmen der Orks gibt, bleiben die Stämme doch zumeist unter sich. Ein Stamm sieht sich als "weite Familie". Doch innerhalb dieses Stammes gibt es natürlich auch die engere Familie. Die, welche dich mit deinem privaten Namen ansprechen dürfen. In diese Familie wirst du reingeboren und gehörst ihr ein Lebtag an. Der stärkste der Familie leitet sie. Großartigen Krieger, die sich über das normale Maß hinaus auszeichnen wird die Ehre zuteil eine neue, eigene Familie mit eigenem Namen innerhalb eines Stammes zu gründen.


Ziehen vor:

  • Offene Fläche, egal wie karg

  • Extreme Bedingungen

Meiden:

  • Tiefer Wald

  • Unter Tage