"Der Leviathan"

Typ: Geschichte
Von: ???

Fundort: Altes Haus in Jusar


Am siebten Tag jagten sie den Leviathan bis an den Rand der Welt, wo das Meer schwarz wird und selbst der Wind schweigt. Der Drache, schwer verwundet, schleppte sich in eine Grotte aus scharfem Stein, verborgen zwischen den Klippen. Der Fischer stand am zerborstenen Bug, das Gesicht voller Salz und Blut. Keiner sprach. Jeder wusste, was zu tun war. Er drehte am Steuerrad mit all seiner Kraft – und das Schiff gehorchte ein letztes Mal. Mit aller Kraft rammten sie die Galleonsfigur aus Eisenholz in das pochende Herz des Ungetüms. Ein Krachen wie Donnerschlag. Dann Stille. Das Wasser färbte sich rot. Der Leviathan regte sich nicht mehr. In seinem Hort fanden sie kein Gebrüll, kein Feuer – nur die Reste vergangener Jahrhunderte: zerborstene Knochen, vergessene Banner, Gold in fremden Formen. Und versteckt im Fleisch des Drachen einen Ring, der drei Wünsche gewährt. So trennte er das Fleisch vom Ring und nahm es mit sich. Das Schiff zerstört, die Besatzung zerschunden – so sollte der erste Wunsch alle sicher zurück in den Dämmerhafen bringen. Sein zweites Begehren war ein Haus für seine Familie. Ein drittes Begehren jedoch hatte er nie, denn die Elfin schenkte ihm zwei Kinder: einen Sohn namens Jasper, der ganz nach seinem Vater kam – stark und tapfer –, und eine Tochter namens Maria mit denselben Haaren wie ihre Mutter. Und so blieb die Macht des Ringes für immer erhalten, falls die neue, glückliche Familie je in Not geraten sollte.