Typ: Offenbarung
Von: Aelira von Dämmerwald
Fundort: Bibliothek von Trunovia
Die erste Offenbarung – Anfang und Ende
„Unsere Götter werden sich abwenden,
und ihre Namen aus den Gebeten verglühen,
wenn Tempel zu Staub und Lieder zu Schweigen werden –
dann werden sie uns verlassen haben.Und dennoch… werden sie die Letzten sein,
die diese Welt verlassen.“
Die Zweite Offenbarung – Archon, der Weltenverschlinger
„Tief unter den Flammen, wo kein Licht lebt,
träumt der Archon – und sein Traum ist Verzehr.
Er, der Welten trank wie Tau am Morgen,
der mit einem Atem die goldenen Tore der Ewigkeit zerbrach,
er wendet sich erneut.*Wenn sieben Zirkel zugleich bluten,
und der Himmel sich von der Erde abwendet,
dann wird sein Schatten auferstehen.Er wird kommen auf einem Weg aus geborstenen Sternen,
und große Imperien werden brennen
wie Pergament im Wind.Und kein Name wird standhalten –
kein Thron, kein Glaube, kein Turm so hoch,
dass er nicht von seiner Zunge verschlungen wird.Denn Archon kehrt zurück –
nicht um zu herrschen,
sondern um zu enden.“
Die Dritte Offenbarung – Der fallende Held
„Einst stand er im Licht –
mit dem Mut der Morgenröte,
und der Welt im Rücken.Doch Stolz schnitt seine Zunge,
und Zorn brach seinen Schwur.
Verflucht wurde sein Name,
und selbst die Sterne wandten sich ab.*Er wird wandeln durch Schatten,
allein, entehrt, vergessen.
Doch wenn die Dunkelheit am tiefsten brennt,
wird er der Welt sein Herz geben.*Er wird fallen –
nicht durch Klinge, nicht durch List,
sondern durch sein eigenes Opfer.Denn dies ist der einzige Weg.
Die Vierte Offenbarung - Wandel der Welt
„Sie werden trinken aus Flüssen,
die keine Lieder mehr tragen,
und Meere sehen, wo Sand die Wellen besiegt hat.Bäume werden schweigen,
und der Wind wird kein Zuhause mehr finden.
Gold wird zu Staub,
und selbst der Staub wird brennen.Dann werden sie aufblicken,
mit hungrigen Augen und zitternden Händen,
und ihre Sehnsucht zum Himmel schleudern.Sie werden den Mond suchen –
nicht als Gott,
sondern als letzte Hoffnung.Doch was sie dort finden,
wird nicht Leben sein.Denn der Mensch,
der die Wurzeln schnitt,
wird keine Krone tragen –
nur Asche und Stille.“
Die Fünfte Offenbarung
„Im Norden, wo der Atem der Welt gefriert,
liegt sie unter schwarzem Schnee –
die Mutter ohne Namen,
uralt, stumm und träumend tief.Ihre Kinder, geboren aus Hunger,
gekleidet in Sturm und Eis,
werden sich regen,
und die Welt mit ihren Mündern verschlingen.Sie werden Städte brechen,
Wälder brennen,
das Meer selbst verschlingen wie Milch aus einer Schale.Doch nicht durch Klinge,
nicht durch Krone,
wird das Ende ihnen nahen.Nur sieben Kinder, geboren aus Sonnenlicht,
vom Feuer berührt,
vom Licht getragen,
werden stehen, wo alle anderen fallen.Und wenn sie vereint sind,
wird selbst die Mutter weinen –
und aus ihren Tränen wächst neues Land.“
Die Sechse Offenbarung
Ein Mann mit Händen aus Ruß
und einem Herz aus kaltem Eisen
wird die Letzte Stadt betreten –
wo selbst das Licht schweigt.Er wird sie finden hinter Schleiern aus Staub,
verborgen in Träumen,
vergessen von der Zeit.Und mit ihm kommt das Ende –
so ist es geschrieben.Doch ehe der Schatten fällt,
wird er ein Lied hören:
ein Klagelied alter Mütter,
ein Flüstern der Kinder,
ein Echo der Schuld.Und das Lied vom Leid
wird seine Stille zerbrechen.Er wird weinen –
und mit seinen Tränen
kehrt das Leben zurück.Blumen werden aus Pflaster wachsen,
Mauern sich neigen,
und die Letzte Stadt wird atmen –
nicht trotz ihm,
sondern durch ihn.“
Die Siebte Offenbarung
„Ein heiliger Mann wird sterben,
und Nivum wird ihn mit Erbarmen sehen.
In ihrem Überfluss an Gnade wird er zurückkehren,
der Hauch des Lebens wird ihn durchfluten.Doch Wer glaubt, er könne den Toten wiederhaben,
wird eine Reise antreten,
die tiefer führt als der Tod.“