Typ: Gedicht
Von: Durist von Renzass
Fundort: Bibliothek von Trunovia
O mächt’ger Herr, der du mich ewig hältst,
Der Tod mir raubtest, den ich einst begehrt;
Sieh, wie der Flammen Sturm mein Heim zerschellt,
Die Tiefenstadt in Asche und Rauch verzehrt.
Mein Volk, das unter Schutt und Feuer liegt,
Die Stimmen, die in Finsternis verwehn,
Sie flehen nicht; ihr Ende mich nur wiegt
Zu schwer, als dass mein Herz kann es bestehn.
O Wissen, ach, du Fluch in goldner Hülle,
Du Glanz, der mich von allem Leben trennte;
Ich sammelte dich, bis jede Quelle
Der Freude starb, die meiner Seele brennte.
Ich sah die Städte fallen, Meere wein’n,
Die Berge kahl, die Flüsse tot und stumm;
Und all das Wissen, das ich mir ersann,
Ist nichts im Angesicht des ew’gen Grumm.
Laß fallen, Herr, die Bürde, die mich bindet,
Nimm mir die Jahre, nimm den ew’gen Lauf;
Zerstöre mich, dass endlich Ruhe findet,
Was hier in Asche liegt – mein Lebenshauf.
O Daemos, Freund, der mich so seltsam liebt,
So nimm die Last, die mir zum Fluch ward heut;
Entzünde mich nicht mehr mit deinem Sieb
Von Zeit, die ich verfluche, still und scheu.
Mein Herz, es brennt vor Zorn, vor Gram, vor Pein,
Mein Wissen nützt mir nicht, mein Leben nicht;
So soll mein Schrei zu dir durch Dämonen sein,
Und endet nur in deinem düstren Licht.