Typ: Tagebuch
Von: Thassa
Fundort: Gezeiten Tempel von Falun
Das Wasser war mein Spiegel,
doch jedes Mal, wenn ich hineinsah,
stand dort weniger von mir.
Zuerst mein Lächeln,
dann mein Blick,
und schließlich blieb nur eine Fremde,
die mir zuwinkte aus der Tiefe.
Das Wasser war geduldig,
so wie ich es nie war.
Es nahm Stein um Stein,
schliff ihn zu Sand,
brach die Klippen,
ohne Hast,
ohne Groll.
Ich, die ewig jagte,
lernte Stille von den Wellen.
Im Tropfen erkannte ich das Meer,
und im Meer:
die Ewigkeit.
Meine Haut schmeckte nach Salz,
meine Haare wuchsen wie Algen,
meine Gedanken wurden Strömungen,
die kein Ufer mehr hielten.
Und als mein Spiegel mich ganz verließ,
verstand ich:
Wir dachten wir hätten überlebt,
wären gestrandet an einem Strand der Hoffnung,
Doch wir sind längst ertrunken,
Das Universum hat uns verschlungen,
und diese Bestie wird uns nie wieder frei lassen.
Ich dachte mein Herz wäre erfroren, so wie seins.
Nein-
Mein Herz ist das Meer,
Und es wird Zeit,
dass ich diesen dunklen Ozean ergründe.