
Haus Myral ist kein typisches Adlesgeschlecht, sondern eine Idee: eine Versammlung hochgeborener Elfen, ein Reich ohne König. Verborgen in einem Tal des Kryss-Gebirges leben sie in tiefer Verbundenheit mit der Natur und gelten als Hüter des Gleichgewichts.

Haus Myral entstand aus den Trümmern Caldorias, doch anders als viele hatten die Flüchtlinge keinen Anführer, keinen König, keine einigende Gestalt: nur eine Gruppe Hochgeborener, die dem Untergang entkommen waren. Als sie sich im Kryss-Tal niederließen und die namensgebende Stadt Myral gründeten, verzichteten sie bewusst auf einen Thron und setzten stattdessen einen Hohen Rat ein, der über die Zukunft des Landes entscheiden sollte. Über die Jahrhunderte spaltete sich das Volk: Aus jenen, die in der Stadt wohnten, wurden Hochelfen; aus den weniger Begünstigten, die tief im Lyrwald und im Modermoor hausten, wurden Waldelfen. Die Spannung zwischen beiden entlud sich schließlich im Marsch der Verlorenen, in dessen Folge der Rat den Waldelfen Arthan Aryndor aus Myral verbannte. Eine Entscheidung, der viele Unzufriedene ins Exil folgten, darunter das Ratsmitglied Lyanna von Myral. Ihr Zug nach Süden führte in ein unerforschtes Land, das sie später Trunovia nennen sollten.
Myral versteht sich als Vermittler und Beschützer der Natur; seine Druiden und Naturmagier wachen über das Gleichgewicht der Welt und erkennen Störungen in ihren harmonischen Abläufen. Diese Nähe zur Natur hat dem Haus den Respekt vieler anderer eingebracht. Zugleich prägt Myral eine tiefe Ambivalenz: Der Verzicht auf einen König sollte Freiheit sichern, doch Narzissmus und verletzter Stolz einzelner Ratsmitglieder lähmen die Beschlüsse immer wieder. Und die massive Selbstisolation, die Myral schützt, macht es zugleich blind für die Welt draußen. Die stille Kluft zwischen den privilegierten Stadt-Hochelfen und den Waldelfen des Lyr-Waldes und Modermoors durchzieht die Gesellschaft bis heute.
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