Überblick

Haus Aurelia ist kein altes Blutlinien-Geschlecht, sondern eine Stadt der Erneuerung: aus den Flüchtlingen der Inkursion geboren und zur neuen Hauptstadt Pandoras aufgestiegen. Verborgen in einem unversehrten Gebirgskamm der Stravischen Ebene wurde sie zu einem Wunderwerk aus Stein, Licht und arkaner Architektur, das sich dem Verständnis und der Kontrolle der Magie verschrieb. Benannt ist sie nach der legendären Erzmagierin Aurelia Cania, deren Name noch heute Ehrfurcht und Hoffnung weckt.

Kontinent: Pandora
Sitz: Aurelia
Status: Erloschen
Farben:
Domäne: Erneuerung
Bündnisse: /
Rivalen: /


Geschichte

Nach dem verheerenden Ende der Inkursion, welche Pandora in Schutt und Asche gelegt und selbst die stolze Hauptstadt Elyndor nahezu ausgelöscht hatte, standen die überlebenden Bewohner des Kontinents vor einer ihrer dunkelsten Stunden. Ganze Landstriche waren verheert, magische Stürme zogen über die Ebenen, und selbst die Luft war noch vom Nachhall des infernalen Feuers durchtränkt. Inmitten dieses Chaos begann die große Flucht nach Osten – ein Exodus jener, die überlebt hatten und Zuflucht suchten.

In der östlichen Stravischen Ebene stießen die Flüchtlinge schließlich auf ein Naturwunder: einen mächtigen Gebirgskamm, dessen Täler und Felswände wie durch göttliche Fügung vom Krieg unberührt geblieben waren. Kein Dämon hatte diesen Ort betreten, kein Feuer ihn versengt. Es war, als habe selbst die Welt beschlossen, hier einen letzten Hort des Friedens zu bewahren.

An diesem Ort begannen die Überlebenden, eine neue Stadt zu errichten; eine, die nicht nur ein Zuhause, sondern ein Symbol der Erneuerung sein sollte. Zu Ehren der legendären Erzmagierin Aurelia Cania, deren Name noch immer Ehrfurcht und Hoffnung weckte, nannten sie die Stadt Aurelia.

Aus Furcht vor einer erneuten Invasion errichteten die Erbauer den größten Teil der Stadt im Inneren des Gebirges. Weit verzweigte Tunnel, Hallen und magisch erleuchtete Kuppeln zogen sich in den Fels, geschützt vor jeder Bedrohung von außen. Doch mit den Jahren wuchs die Bevölkerung, und so begannen die Menschen, Elfen und Magier auch die Berghänge zu besiedeln. Terrassen, Türme und Observatorien entstanden, bis Aurelia zu einem wahren Wunderwerk aus Stein, Licht und arkaner Architektur wurde.

Bald entdeckten die Magier, dass der Berg, auf dem die Stadt erbaut worden war, auf einer seltenen Doppellagerstätte zweier außergewöhnlicher Mineralien ruhte: Kalizit und Prudizit.

  • Kalizit besitzt die Fähigkeit, magische Energie zu absorbieren und zu dämpfen – es macht Zauber unberechenbar oder schwächt sie.

  • Prudizit hingegen wirkt wie ein Katalysator, der magische Kraft potenziert und in einem weiten Umkreis verstärkt.

Das seltene Nebeneinander dieser beiden Gegensätze schuf eine Stadt, in der Magie sowohl gebändigt als auch entfesselt werden konnte. Ein Gleichgewicht, das ihresgleichen suchte. Die Gelehrten Pandoras begannen, das Zusammenspiel dieser Minerale zu erforschen, und aus ihren Studien entstand eine neue Schule der Magietheorie, die später als Aurelianische Schule der Harmonischen Kräfte bekannt wurde.

So wurde Aurelia in nur wenigen Generationen zu einem Zentrum des Wiederaufbaus, der Forschung und der Hoffnung. Wo einst Krieg und Verderben herrschten, wuchs nun eine Stadt, die sich dem Verständnis und der Kontrolle der Magie verschrieb. Und während Elyndor langsam im Schatten seiner eigenen Geschichte verblasste, stieg Aurelia zur neuen Hauptstadt Pandoras auf. Ein leuchtendes Symbol für den Triumph von Wissen über Zerstörung, und für den unerschütterlichen Willen der Völker Terrans, wieder aufzubauen, was verloren war.

Der Aufstieg zum Zentrum der Welt

Was als Zentrum der Hoffnung begonnen hatte, wuchs über die folgenden Jahrhunderte weit über Pandora hinaus. In rund zweieinhalb Jahrtausenden stieg Aurelia von der neuen Hauptstadt eines Kontinents zum Zentrum der ganzen Welt auf, zum Sitz des Rates der Fünf und zum unbestrittenen Mittelpunkt von Wissen, Magie und Wohlstand auf Terran. Keine Stadt vor ihr hatte die Kräfte der Magie so vollständig verstanden und beherrscht, und keine war so reich.

Die Weltenscheibe

Auf dem Höhepunkt ihres Könnens schuf die aurelianische Zivilisation ein Relikt, das sie die Weltenscheibe nannte, ein Werk von unvergleichlicher Macht, bestimmt dazu, dauerhaften Wohlstand zu schaffen. Für eine Weile schien es, als habe Aurelia damit den Schlusspunkt unter ihr jahrtausendelanges Streben gesetzt: ein Gleichgewicht, das Mangel und Not für immer verbannen sollte. Doch die Weltenscheibe fiel in die falschen Hände.

Der Untergang

Um 500 v.d.K., vor rund 4.800 Jahren, endete Aurelia in einem einzigen Augenblick. Aus dem Nichts verschlang eine gewaltige Implosion die gesamte Stadt und mit ihr die Zivilisation, die zum größten Teil im Inneren der Berge gelebt hatte. Es gab keine Belagerung, keine Schlacht, kein Feuer, nur eine Sekunde, in der Aurelia aufhörte zu existieren. Von außen blieb danach kaum etwas zu sehen; wer heute zu den Ruinen reist, ahnt kaum, welche Macht hier einst saß. Die genauen Umstände sind bis heute nicht geklärt.

Fast 3.000 Jahre später verleitete Daemos zwei Sterbliche dazu, die zersprungene Weltenscheibe wieder zusammenzusetzen, und löste damit die Dritte Inkursion in Pandora aus. Erst dieser zweite Griff nach dem Relikt ließ viele vermuten, dass dieselbe Hand schon hinter dem ersten Untergang gestanden hatte, und dass Aurelia nicht an der eigenen Hybris zerbrach, sondern einem Plan zum Opfer fiel, der weit älter ist als sein Ende.