Narthrakar - Gott der Eises, der Herzenskälte und des Winters, Rechtschaffen Böse
Narthrakar war einst der Herr des Winters – nicht als Jahreszeit, sondern als ewiger Zustand. Für seine Anhänger bedeutete er Vollkommenheit: Ruhe, Ordnung, Schweigen, ewiges Eis. Keine Veränderung, kein Schmerz, keine Hitze der Leidenschaft – nur Klarheit und Kälte.
Er war der Gemahl von Thassa. In alten Mythen heißt es, ihre Gegensätzlichkeit war zunächst Quelle einer tiefen Harmonie, doch mit den Jahrtausenden wuchs zwischen ihnen ein Riss. Während Thassa in den Wellen Veränderung sah, verlangte Narthrakar nach ewiger Stille. Der Legende nach hat Thassa ihn in einem Akt der göttlichen Gnade – oder Rache – selbst getötet. Seine kalten Gebeine liegen seither tief unter dem gefrorenen Boden von Pandora, im Ewigen Eis. Manche sagen, sein Herz schlägt dort noch langsam weiter.
Narthrakar wird selten als Mensch dargestellt. Alte Statuen und Reliefs zeigen ihn als majestätischen, in Eissplitter gehüllten Riesen mit einem leeren Gesicht. Andere Darstellungen zeigen ihn als bleichen König mit einem Mantel aus gefrorenem Nebel, auf einem Thron aus schwarzem Eis.
Viele Gelehrte sehen in seinem Tod ein kosmisches Gleichgewicht: Der Winter kann herrschen, aber nicht ewig. Dennoch gibt es Stimmen, die behaupten, sein Tod sei nicht das Ende, sondern nur der Beginn eines uralten Schlafes. Ein Erwachen ist nicht ausgeschlossen.
Der Kult Narthrakars ist mit seinem Fall fast erloschen – fast. Im Norden Pandoras, in eisigen Tempelruinen und vergessenen Gräbern, flüstern fanatische Frostpriester und abtrünnige Magier Gebete in längst toten Zungen. Sie glauben, dass sein Tod nur eine Versiegelung sei – und dass seine Rückkehr die Welt von Chaos und Hitze reinigen wird.
Einige glauben, dass seine Macht noch in Fragmenten überlebt – im Eisberyll, im endlosen Schneesturm, im Tod durch Erfrieren. Manche Frosthexen und Nekromanten berufen sich noch immer auf seinen Namen, wenn sie Kältezauber wirken.
