Nach dem Fall Caldorias und den brennenden Jahrhunderten des Aschekrieges lag Aeternum in Finsternis. Die einst blühenden Ländereien, durchzogen von Magie und Handel, waren zu einem verwüsteten Land aus Asche, Stein und Blut geworden. Die großen Städte zerfielen, die Reiche erloschen, und jene, die nicht Zuflucht in den fernen Ländern Pandora und Äon fanden, kämpften erbarmungslos ums Überleben.
In dieser trostlosen Zeit formte sich eine neue Ordnung aus Instinkt und Furcht. Überall entstanden kleine Clans, Sippen und Banden, die sich um die wenigen überlebenden Festungen scharten. In den Ruinen von Roherra, einer Stadt, die einst für ihre Handwerkskunst berühmt gewesen war, erhob sich ein Krieger, größer und furchterregender als jeder andere: Tautau, der Minotaurus, später der Blutkönig genannt.

Tautau war kein Mann der Worte, sondern der Tat. Mit seiner gewaltigen Doppelaxt und seinem unerbittlichen Willen vereinte er Dutzende von Kriegern unter seinem Banner. Doch es war kein Orden im klassischen Sinne – keine Bruderschaft der Ehre, kein Zusammenschluss edler Ritter. Unter Tautau wurde die Gewalt selbst zum Gesetz, das Blut zum Siegel der Macht. Seine Gefolgsleute nannten sich die Tegaria, ein Name, der bald in ganz Aeternum gefürchtet wurde.
Aus den Trümmern Rohehras errichteten sie ihre Feste – eine Bastion aus schwarzem Eisen und rotem Stein, von Feuern erhellt, die nie zu erlöschen schienen. Dort, inmitten von Leichen und Rauch, wurde das Haus Tegaria geboren – ein Kriegsorden, der Krieg nicht als Mittel, sondern als Zweck verstand.
Ihre Herrschaft gründete sich auf drei Prinzipien:
Furcht. Gehorsam. Überleben.
Wer sich beugte, durfte leben. Wer zweifelte, starb.
Und doch – trotz ihrer Grausamkeit – waren die Tegaria mehr als nur Schlächter. Tautau verstand das Schlachtfeld wie ein Schachbrett, und seine Strategien wurden zu Lehrstücken militärischer Taktik. Unter seiner eisernen Führung formten sich aus den barbarischen Clans erste Strukturen, erste Regeln, erste Zeichen von Ordnung – wenn auch eine, die auf Blut und Eisen errichtet war.
Die Tegaria wurden zur Keimzelle der neuen Kriegsorden des Aeternum. Andere Gruppen begannen, ihre Methoden zu kopieren – mit eigenen Symbolen, eigenen Führern, eigenen Göttern. So entstand ein Zeitalter, in dem das Schwert das Wort ersetzte und Stärke zur einzigen Wahrheit wurde.