
Zeitraum: ca. 4.050–4.000 v. d. K.
Dauer: rund 50 Jahre
Beteiligte Parteien: Das Caldorianische Imperium und die Infernalischen Armeen
Schauplätze: Aeternum

„Die Tore zur Hölle standen offen, und wir waren es, die sie gebaut hatten.“
-Aus den Fragmenten des Magiers Seranthel, Universität Caldoria
Nach den verheerenden Sonnenkriegen war das einst mächtige Caldorianische Imperium nur noch ein Schatten seiner selbst. Das Reich war gespalten, die Landwirtschaft geschwächt, die Bevölkerung ausgelaugt und die Magie zunehmend unkontrolliert.
In dieser Zeit der Schwäche, zwischen zerfallenden Königreichen und hungernden Städten, kam es zu einer Reihe unerklärlicher Ereignisse:
Tempel, die in Flammen aufgingen, Magier, die plötzlich verbrannten, und dunkle Zeichen am Himmel: schwarze Sonnen, schwefelgelbe Monde, und Wolken, die Asche statt Regen brachten.
Chronisten sprechen von einem „Erwachen im Feuer“, als die Schleier zwischen den Welten dünn wurden
und die Risse der Vergangenheit aufrissen - dort, wo zu viele gestorben waren, wo Magie und Blut zu Staub verschmolzen.
Im Jahr 4.050 v. d. K. öffnete sich das erste Portal in den nördlichen Feldern bei Areshan, an einem Ort, der einst ein Schlachtfeld der Krieg der Stämme gewesen war.
Was daraus kam, war kein Feind aus Fleisch, sondern aus Feuer, Rauch und Leid.
Zunächst wurden die Berichte über Teufel und brennende Leiber
von den Fürsten als Aberglaube oder übersteigerte Panik abgetan.
Doch binnen weniger Monate fielen mehrere Städte,
und das Goldmeer selbst, der einst fruchtbare Gürtel der Zivilisation,
verwandelte sich in eine Aschewüste.
„Die Sonne stieg rot auf, und als sie unterging, war nichts Lebendes mehr da, das sie begrüßen konnte.“ -Unbekannt
Die Horden kamen in Wellen. Aus Dutzenden Portalen stiegen Legionen von Höllenkreaturen hervor: Imps,
Erinyen, Balorfürsten und zahllose andere,
deren bloße Präsenz die Luft zum Kochen brachte.
Manche Gelehrte glaubten später, dass diese Portale
eine magische Rückkopplung der Sonnenkriege gewesen seien,
das Echo all jener Zauber, die Tod und Verderben über das Land gebracht hatten. Die Seelen der Gefallenen seien so zahlreich und unerlöst gewesen, dass sie selbst das Gewebe der Welt schwächten.
Von 4.045 bis 4.015 v. d. K. wüteten die Horden unaufhaltsam.
Die Armeen der Menschen, Elfen, Zwerge und Halblinge kämpften verzweifelt Seite an Seite, doch selbst uralte Magie vermochte das Feuer nicht zu löschen.
Ganze Städte wurden verschlungen: Tharnas, Bel’Urim, Vellath, Kahr Moros sind heute auf keiner Karte mehr zu finden.
Überlebende berichteten, dass der Himmel selbst brannte,
und dass selbst das Meer, das einst blaue Goldmeer,
zu kochen begann, als die Asche darauf fiel.
Der Krieg wurde nicht mehr in Armeen geführt,
sondern in Überlebenden, in Rückzügen, in Gebeten.
Im Jahr 4.014 v. d. K. erreichte der Krieg seinen Höhepunkt:
die Belagerung von Caldoria, der einstigen Hauptstadt der Welt.
Hunderttausende Kreaturen umzingelten die Stadt,
die letzten Bastionen der Zivilisation sammelten sich auf den goldenen Mauern.
Magier, Priester und Krieger aller Rassen standen Seite an Seite,
um den Ansturm aufzuhalten.
Die Luft war erfüllt von Schwefel, Blut und Gebeten.
Die Stadt brannte doch sie fiel nicht.
Stattdessen ereignete sich das,
was später nur als „Das Erwachen des Lichts“ bezeichnet wurde:
Eine gewaltige Explosion erschütterte das Herz der Stadt,
ausgehend von der Großen Universität von Caldoria,
wo Hunderte Magier versucht hatten, ein letztes Siegel zu errichten,
um die Portale zu schließen.
Niemand weiß, ob es ein Erfolg oder ein letzter Akt der Verzweiflung war,
doch in einem Augenblick erloschen alle Portale.
Das Feuer verschlang sich selbst.
Und mit ihm verschwand Caldoria.
Als der Rauch sich legte, war die Welt still.
Das Goldmeer war schwarz.
Von den alten Städten blieben Ruinen.
Die Schriften berichten, dass 85 Prozent der Bevölkerung ausgelöscht wurden.
Königreiche, Wissen, Bibliotheken, Blutlinien; ausgelöscht.
Die Überlebenden zerstreuten sich in alle Richtungen,
die Adelsfamilien flohen in die Gebirge, Wälder und auf ferne Inseln.
Die Welt trat in das ein, was Gelehrte später
die Ära der Reiche nennen sollten,
eine Zeit des Wiederaufbaus, des Misstrauens und der neuen Anfänge.
Die Erinnerung an den Aschekrieg wurde zu einem Mahnmal,
ein Trauma, das selbst Jahrtausende später noch in den Sagen
und in der Furcht vor den Höllen weiterlebt.