Zeitraum: ca. 5.400–5.100 v. d. K.
Dauer: rund 300 Jahre
Beteiligte Parteien: Das Haus Solvarron und die Nordstämme des Aeternum (Orks, Goliaths, Goblins, Kobolde, Oger und kleinere Völker)
Schauplätze: Südliche Gebirgsausläufer des Drachenzahn, Ebenen von Dravosh, Wälder von Zephran und Areshan.
Der sogenannte Krieg der Stämme gilt als der erste groß angelegte, über Jahrhunderte geführte Konflikt in der bekannten Geschichte des Aeternum.
Er wurde ausgelöst durch die Expansion des Caldorianischen Imperiums in die nördlichen Regionen des Kontinents. Gebiete, die reich an Eisenerz, Gold und Edelsteinen waren.
Die frühen Phasen waren geprägt von asymmetrischer Kriegsführung: die vereinten Stämme, vertraut mit der Topographie, führten nächtliche Überfälle und Hinterhalte in den engen Bergpässen und Wäldern.
Die Caldorianischen Legionen, schwer gepanzert und diszipliniert, waren diesen Taktiken anfangs nicht gewachsen. Ganze Versorgungslinien gingen verloren, und der nördliche Vormarsch kam fast vollständig zum Erliegen.
Mit der Zeit reagierte das Imperium mit brutaler Effizienz: ganze Landstriche wurden entwaldet, um den Feinden den Schutz zu nehmen, und gewaltige Straßen- und Brückenbauten ermöglichten den Einsatz schwerer Kriegsmaschinen. Die Stämme wurden zurückgedrängt, und immer mehr Fraktionen gerieten unter Caldorianische Kontrolle.
Doch der Widerstand der Stämme blieb zäh. Der inmitten des Krieges geborene Kriegsherr Shargûn des Blutgeborenen galt als gegen Kriegsende als Anführer des Wiederstands. Unter ihm gelang es den Stämmen, sich zu einem losen Bündnis zusammenzuschließen.
Der Krieg kulminierte schließlich in der Schlacht von Dravosh (4.965 v. d. K.), bei der über 60.000 Krieger aufeinandertrafen. Drei Tage lang brannte das Land, und die Wälder von Areshan wurden völlig vernichtet.
Obwohl die Stämme große Verluste zufügten, wurde Shargûn am vierten Tag getötet und mit ihm zerbrach der Widerstand.
Der Krieg endete mit der vollständigen Niederlage der Nordstämme.
Caldoria annektierte weite Teile des Nordens und errichtete dort Bergfestungen und Kolonien, die jedoch in den folgenden Jahrhunderten oft aufgegeben wurden, da das Land durch den Krieg unfruchtbar und ökologisch zerstört war.
Zahlreiche Stämme wurden ausgerottet oder in entlegene Gebiete vertrieben. Die wenigen Überlebenden zogen sich tief in die Gebirge oder in die unkartierten Lande jenseits des Nordwalls zurück.
Einige Überlieferungen, insbesondere aus den späteren Chroniken der Goliaths, deuten darauf hin, dass Gruppen von Orks und Goliaths während dieser Zeit den damals unbekannten Kontinent Äon entdeckten und dorthin flohen.
Da die schriftliche Tradition der Stämme schwach ausgeprägt war, gilt diese Theorie bis heute als spekulativ – doch Funde aus der Frühzeit Äons deuten tatsächlich auf ältere nordische Abstammungslinien hin.