Als das junge Trunovische Königreich begann, sich auszubreiten und den südlichen Dschungelkontinent zu erforschen, stießen seine Kundschafter auf ein verborgenes Reich, das tief im Nebel der Jahrhunderte geschlummert hatte; das Erbe Seraphynes Aelyrion. Die Nachfahren der einst verbannten Drachenreiterin hatten im Verborgenen ein mächtiges Königreich errichtet, in dem Menschen und Drachen in uralten Bündnissen Seite an Seite lebten.
Doch die Begegnung zweier großer Reiche, die einander nicht kannten, verlief nicht friedlich. Misstrauen wurde zu Feindseligkeit, und Feindseligkeit zu Krieg. Die Drachen sahen in den Trunoviern Eindringlinge, die das geheiligte Land entweihten, und die Menschen Trunovias glaubten, in den Drachen und ihren Verbündeten eine Bedrohung für ihre neue Heimat gefunden zu haben. So begann der Erste Drachenkrieg, ein Konflikt, der die Himmel in Flammen setzte und die Erde in Schutt legte.

Zur Zeit des Ausbruchs herrschten König Arthan Aryndor und Königin Lyanna von Myral bereits als Greise über das Reich. Die Verantwortung fiel daher auf ihre Töchter:
Elania Aryndor, die Thronerbin, führte das Reich mit kühlem Verstand und politischem Geschick aus der Festung Trunovia heraus.
Eleonore Aryndor, ihre jüngere Schwester, war das Gegenteil: eine leidenschaftliche Kriegerin, die an der Front kämpfte und den Soldaten Mut machte.
Die Armeen Trunovias drangen tief in das Land der Drachen ein, doch die Drachenlegionen Aelyrions waren furchterregend. Vor allem die jungen Metalldrachen, die den Nachfahren Seraphynes treu dienten, kämpften mit glühendem Eifer und zerstörten ganze Regimenter mit Feuer und Sturm.
Über Jahre wogte der Krieg hin und her. Städte verbrannten, Wälder wurden zu Asche, und selbst die mächtigen Zauber der Elfen konnten dem Zorn der Drachen kaum standhalten. Dennoch weigerten sich beide Seiten, nachzugeben; bis ein Ereignis eintrat, das die Welt verändern sollte.
Als der Krieg seinen grausamsten Höhepunkt erreichte, bebte die Erde unter den Drachenklippen, der Festung der Drachen. Dort, in uralten Tiefen, erwachte eine Gestalt, von der man geglaubt hatte, sie sei längst Geschichte:
Thandruval der Strahlende, der Uralte Goldene Drache, der einst Seraphyne Aelyrion selbst als Reiterin getragen hatte.
Sein Erwachen erschütterte Himmel und Erde. In goldenem Glanz erhob er sich über das Schlachtfeld, und sein Gebrüll ließ selbst die mutigsten Krieger in Ehrfurcht erstarren. Die Flammen seines Atems trennten die Fronten, und seine Stimme hallte in den Köpfen von Mensch und Drache zugleich:
„Genug Blut ist geflossen. Ihr kämpft um Asche, wo einst Hoffnung war.“
Keiner wagte, ihm zu widersprechen. Unter Thandruvals Urteil wurde ein Friedensabkommen geschlossen. Das Land der Drachen wurde fortan als Heiliger Boden Aelyrions anerkannt, während Trunovia versprach, die Grenzen des Drachenreichs zu achten.