
Die Belagerung von Caldoria gilt als das letzte und zugleich tragischste Kapitel des Ersten Aschekriegs.
Sie markiert nicht nur den Untergang der glanzvollsten Stadt des Aeternums, sondern auch das Ende der Ära der Frühzeit,
in der Wissen, Magie und Fortschritt ihren Höhepunkt erreicht hatten.
Als das letzte große Bollwerk der Zivilisation fiel,
ging mit ihm nicht nur ein Reich, sondern eine Welt verloren.
Caldoria, einst die „Krone der Zivilisation“,
lag auf einer Insel des Goldmeeres,
umgeben von goldenen Feldern, Marmorstraßen und hohen Türmen aus Glas und Stein.
In ihren Mauern stand die Große Universität von Caldoria,
Sitz der größten Gelehrten, Magier und Philosophen der Welt.
Als die Höllenportale sich öffneten und das Land brannte,
flüchteten Überlebende aus allen Regionen in die Hauptstadt.
Innerhalb weniger Monate wuchs ihre Bevölkerung auf das Doppelte,
ihre Vorräte schrumpften, Krankheiten breiteten sich aus.
Im Jahr 4.017 v. d. K. schlossen die verbliebenen Armeen der freien Völker
sich unter dem Banner der Caldorianischen Legionen zusammen.
Es war der letzte Versuch, die Horden der Hölle aufzuhalten.
Die Dämonenhorden erreichten Caldoria im Frühjahr 4.014 v. d. K..
Tage, Nächte, Wochen, das Feuer brannte ununterbrochen.
Die Mauern der Stadt hielten stand,
doch der Himmel selbst schien gegen sie zu sein.
Manuskripte berichten von Stürmen aus Asche,
von schmelzendem Regen und dem Donnern aus den Tiefen der Erde.
Die Stadt wurde umzingelt, über ein Jahrzehnt hinweg.
Die Vorräte gingen zur Neige,
Seuchen und Wahnsinn machten sich breit.
Nach 2 Jahren Belagerung trafen sich in der Universität
die letzten Fürsten der freien Völker:
Menschen, Zwerge, Elfen, Halblinge und Magierorden.
Dort wurde das Letzte Bündnis geschlossen;
ein Schwur, die Stadt bis zum letzten Atemzug zu verteidigen
und einen Weg zu finden, die Portale zu schließen.
Man beschloss, alle verbliebenen magischen Ressourcen
in einem einzigen Ritual zu bündeln. Unter der Leitung des Erzmagiers Valerius Mirenth
und seiner zwölf Schüler wurde in den tiefsten Gewölben der Universität
ein unglaubliches Artefakt geschaffen, die sogenannte Sphäre von Caldoria,
ein Relikt so stark, dass es jeden Krieg sofort beenden könne.
Ihr Ziel war es, das Relikt in die 9. Höllen zu bringen und auszulösen. Das Relikt wurde über ein Jahrzehnt hinweg erschaffen, jedoch konnte es nicht rechtzeitig fertiggestellt werden.
Im Jahr 4.000 v. d. K., am Tag der Aschenwende,
fiel die äußere Mauer. Tausende Dämonen stürmten die Stadt.
Die Verteidiger kämpften bis in die letzten Straßen.
Als die Feinde das Universitätsviertel erreichten,
ertönte ein gleißendes Donnern, so hell, dass selbst der Himmel erblasste.
Die Sphäre von Caldoria wurde ausgelöst, vermutlich als letzter Ausweg,
und mit ihr entlud sich eine Welle reiner, göttlicher Energie.
Das Licht war so mächtig, dass es selbst die Portale verbrannte.
Die Dämonen vergingen,
die Luft stand still,
und Caldoria hörte auf zu existieren.
In einem Moment wurde die Stadt ausgelöscht.
Zurück blieb nur ein Krater aus Glas und Asche auf dem später das heutige Caldoria gebaut werden sollte.
Mit dem Untergang Caldorias endete die Ära der Frühzeit.
Die Welt, wie sie war, existierte nicht länger:
die Reiche zerstört, das Wissen verloren,
die Magie erschüttert bis in ihr Fundament.
Von den hunderttausenden Gelehrten, Handwerkern und Adeligen
überlebten nur wenige.
Sie zerstreuten sich über das Aeternum, Pandora und Äon
jeder suchte Zuflucht, wo noch Leben möglich war.
So begann die Ära der Reiche,
eine Zeit der Flucht, des Wiederaufbaus und der Gründung neuer Imperien.
Nach der Katastrophe zerfiel das verbliebene caldorianische Adelsgefüge in Dutzende Splitterhäuser.
Einige verschwanden in den Nebeln der Geschichte,
andere legten die Grundsteine neuer Kulturen.
Doch keiner erreichte je wieder die Größe oder den Glanz,
den Caldoria einst verkörpert hatte.