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Nach Jahrhunderten des Krieges, der Hungersnot und des Aberglaubens suchte das Aeternum nach einer neuen Richtung.
Während die Tempel noch über göttliche Prüfungen predigten, begann sich im Schatten der Ruinen Caldorias ein anderer Gedanke zu formen:
Wissen als Heilung.

Klöster und Archive sammelten längst Wissen über Heilkunde, Landwirtschaft, Sternenkunde und Magie,
doch diese Erkenntnisse blieben fragmentiert – gebunden an Orden, Religion oder politische Macht.
Es fehlte ein Ort, an dem man frei von Dogmen lernen, forschen und lehren konnte.



Merandrina, Tochter des mächtigen Waffenhändlers und Bankiers Gormel Kallberg,
wuchs im goldenen Zeitalter Caldorias auf. Anders als ihr Vater interessierte sie sich kaum für Reichtum oder Politik,
sondern für Bücher, alte Texte und Artefakte vergangener Zeiten.

Sie reiste als junge Frau durch die Klöster und Bibliotheken des Aeternum und erkannte die verstreuten Fragmente der Erkenntnis:
Heiler wussten nichts von Astronomie, Magier nichts von Geschichte, und Philosophen nichts von den Naturgesetzen.

Mit dem Vermögen ihres Vaters, das während des Kriegs der Stämme durch den Handel mit Waffen und Gold angehäuft worden war,
ließ sie im Herzen von Caldoria eine gewaltige Anlage errichten –
die „Universitas Arcanum et Sapientiae“, die Universität der Magie und der Weisheit.


Der Aufbau

Die Universität bestand aus fünf zentralen Häusern,
die den Grundpfeilern des Wissens gewidmet waren:

  1. Haus der Sterne – Astronomie, Zeitmessung, Navigation und Himmelskunde

  2. Haus der Formen – Mathematik, Geometrie und Architektur

  3. Haus der Elemente – Naturlehre, Alchemie und frühe Physik

  4. Haus des Geistes – Philosophie, Logik und Rhetorik

  5. Haus der Schleier – Arkanwissenschaften und Magietheorie

Zum ersten Mal in der bekannten Geschichte waren alle Rassen, Geschlechter und Stände zugelassen.
Menschen, Elfen, Gnome, Zwerge und Halblinge studierten Seite an Seite.
Selbst vereinzelte Orks und Tieflinge fanden dort Zuflucht und Bildung – ein bis dahin unvorstellbarer Gedanke.


Mit dem Untergang Caldorias wurde auch die Universität beinahe vollständig zerstört.
Die Gebäude versanken unter der Erde, Archive verbrannten, und nur wenige Manuskripte überlebten in Klöstern oder Privatsammlungen.

Es heißt, in den Katakomben der alten Stadt ruhten noch immer Räume voller vergessener Bücher; ein Schatz des Wissens, eingeschlossen im Staub der Zeit.

Trotz ihres Untergangs bleibt Merandrinas Werk unvergessen.
Ihre Statue steht noch heute im Hof der Akademie von Trunovia,
mit der Inschrift:

„Wissen ist das Feuer, das die Dunkelheit des Geistes erhellt.“ -