Mit dem Aufstieg Caldorias zur Handels- und Wissensmacht erwachte ein neues Zeitalter der Erforschung.
Astronomen und Gelehrte der Universität von Caldoria hatten durch Berechnungen der Gestirne, Meeresströmungen und Winde geschlossen,
dass jenseits des endlosen Mittmeeres weitere große Landmassen existieren mussten.

Die Krone von Caldoria, getrieben vom Wunsch nach neuen Bodenschätzen, Handelsrouten und Ruhm, bewilligte eine königliche Expedition; die Erste Große Seefahrt,
unter der Leitung des zwergischen Kapitäns Gorim Steinfaust,
einem erfahrenen Seefahrer, der bereits die Küsten Pandoras kartographiert hatte.


Die Erste Expedition (4.142 v. d. K.)

Mit drei Schiffen: der Goldhammer, der Windrufer und der Donnergrund,
setzte Gorim Steinfaust die Segel nach Norden,
über das gefürchtete Mittmeer. Das heute eher sanftere Meer galt damals als unverzeihliche Wasserwüste mit grässlichen Seeungeheuern und unerbitterlichen Stürmen. -> Siehe: Mäßigung des Mittmeers

Schon bald wurde die Flotte von Stürmen auseinandergerissen.
Zwei Schiffe sanken, und nur die Goldhammer kehrte schwer beschädigt zurück.
Gorim galt in Caldoria als gescheitert, manche nannten ihn gar wahnsinnig,
da niemand zuvor so weit hinausgesegelt war und zurückgekehrt war, um davon zu erzählen.

„Das Meer hat ein Herz aus Zorn –
doch es schlägt im Takt des Entdeckers.“
— Gorim Steinfaust, Logbuch der Goldhammer


Die Zweite Expedition (4.148 – 4.150 v. d. K.)

Sechs Jahre später, angetrieben von Ehrgeiz, Trotz und dem Wunsch,
die Schmach seiner Niederlage zu tilgen, startete Gorim eine zweite Expedition.
Diesmal besser vorbereitet, mit verbesserten Schiffsrümpfen aus verdichtetem Eisenholz,
magischen Sturmkompassen und einer Mannschaft aus zwanzig der erfahrensten Seeleute Caldorias.

Nach monatelanger Fahrt über das unruhige Mittmeer entdeckte Gorim eine Inselgruppe,
die er Inseln von Branar nannte
heute bekannt als die Freibeuterinseln, ein zerklüfteter Archipel aus Klippen und verborgenen Buchten.

Er hielt sie zunächst für den gesuchten Kontinent und ließ Banner und Standarten hissen.
Doch erst als seine Schiffe den Archipel umsegelten,
entdeckten sie am nördlichen Horizont eine gewaltige weiße Wand;
ein endloses Festland aus Eis und Stein: Äon.


Äon – Das Land aus Frost und Stille

Gorim Steinfaust und seine Mannschaft betraten Äon nur für wenige Tage.
Die Küste bestand aus gefrorenen Ebenen, schwarzen Bergen und unnatürlichen Lichtern,
die in der Nacht über den Himmel tanzten.
Die Luft war dünn und schneidend kalt – die Instrumente versagten.

Sie errichteten ein kleines Lager und nannten die Bucht, an der sie landeten, Bron –
nach dem Halblingsmatrosen, der dort den ersten Fuß an Land setzte.

In seinen Aufzeichnungen beschreibt Gorim:

„Das Land lebt, aber nicht für uns.
Es atmet Kälte, es spricht mit Sturm und Schnee.
Wir sind Fremde hier, Schatten auf einem weißen Meer.“

Nach nur sechs Tagen verließ die Expedition das Land,
überzeugt, dass Äon unbewohnbar und lebensfeindlich war.


Folgen und Vermächtnis

Die Entdeckung Äons wurde in Caldoria zunächst gefeiert,
doch rasch verblasste das Interesse – kein Gold, kein fruchtbarer Boden, kein lohnendes Ziel.
Nur wenige Forscher und Mystiker sahen in dem fernen, gefrorenen Land mehr als ein Irrtum.