Limbo, in den alten Schriften auch die Grenzenlose Dämmerung genannt, ist die letzte Station aller sterblichen Seelen; das Totenreich, das zwischen den Dimensionen ruht, aber keines gänzlich berührt. Es ist eine Welt ohne Himmel, ohne Sterne, ohne Zeitgefühl. Alles scheint hier aus fließendem Nebel und zerfallendem Stein zu bestehen, Inseln der Erinnerung, die in einem endlosen Ozean aus grau schimmernder Leere treiben.
Hier regiert Nivum, der Gott des Todes, der Hüter des Übergangs. Weder grausam noch gütig, ist Nivum ein vollkommen neutraler Richter. Er urteilt nicht über die Seelen, er ordnet sie.

Obwohl Limbo als „letzte Station“ erscheint, ist es in Wahrheit ein Ort des Übergangs. Viele Seelen verbleiben hier nur für Augenblicke, andere Jahrhunderte. Es heißt, wer sich zu Lebzeiten besonders mit dem Tod oder mit Nivum verbunden fühlte, etwa Totengeweihte, Seher, Sterbliche mit der Gabe des Übergangs, darf hier verweilen, dienen oder gar zu Boten der Letzten Schwelle werden.