Das Schloss Coldstone (deu. Kaltheim) erhebt sich einsam auf den windumtosten Klippen der östlichen Schwarzmarken, wo das Meer unaufhörlich gegen den Stein schlägt und Nebel wie bleiche Finger an den Türmen zerren. Errichtet aus schwarzem Basalt und grauem Kalkstein, ist sie eines der ältesten noch bewohnten Anwesen des Aeternum (und zweifellos eines der unheimlichsten).

Ihr Gründer, Harvyn Keal, ließ das Anwesen in den letzten Jahren seines langen Lebens erbauen, angeblich nach Plänen, die ihm in Träumen diktiert wurden. Zeitzeugen berichten, dass die Bauarbeiten ungewöhnlich lange dauerten, über fünf Jahrzehnte, und dass viele der Arbeiter währenddessen verschwanden oder dem Wahnsinn verfielen. Die Mauern sind durchzogen von feinen Linien, die bei Mondlicht schwach pulsieren sollen.
Im Inneren gleicht die Villa weniger einem Haus als einem Labyrinth aus Hallen, Galerien und Katakomben. Fenster sind rar, Licht fällt nur durch schmale, farblose Glasstreifen. Viele Räume scheinen sich zu verschieben, als folgten sie einer Logik, die nur der Erbauer verstand. In den Tiefen der Villa liegt der sogenannte Spiegelraum, eine gewaltige Krypta aus schwarzem Stein, in deren Zentrum ein monolithischer Obsidianblock ruht, das Herz des Hauses.
Nach Harvyns Tod ging die Villa in den Besitz seiner Erben über, die fortan den Namen Haus Daemos trugen. Über Generationen hinweg wurde das Anwesen kaum verändert, doch stetig erweitert. Unter Coldstone soll ein Netz von Tunneln existieren, das bis nach Sarradorn reicht, mit Kammern, in denen sich uralte Runen befinden, deren Ursprung unbekannt ist.
Reisende meiden das Anwesen. Nur selten hat jemand es gewagt, sich den Mauern von Coldstone zu nähern.
Heute ist Villa Coldstone offiziell Sitz von Haus Daemos, das sich jedoch seit Jahrhunderten vollständig aus der Außenwelt zurückgezogen hat.
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