
Harvyn Keal war einst ein einfacher, aber ehrgeiziger Elfen Händler, der in den verlassenen Tiefen des Juwelenkamm auf gewaltige Diamantadern stieß. Der Reichtum, den er dadurch anhäufte, war immens. Binnen weniger Jahrzehnte erwarb er Ländereien, Dörfer und Minen, errichtete Straßen und eigene Handelsstraßen, und ließ schließlich im Herzen seiner neuen Domäne ein gewaltiges Anwesen erbauen; die Villa Coldstone / Kaltheim.
Coldstone war kein gewöhnliches Herrenhaus. Die Mauern bestanden aus schwarzem Schiefer, der selbst im Sonnenlicht kaum glitzerte. Es hieß, die Steine seien so kalt, dass kein Feuer lange darin brennt. In den Türmen nisteten Raben, und stets sah man Harvyn in ihrer Gesellschaft – als wären sie seine Vertrauten. Reisende berichteten, er flüstere mit ihnen, als spräche er eine Sprache, die kein anderer verstand.
Mit den Jahren begann sich jedoch etwas Seltsames abzuzeichnen: Harvyn alterte nicht. Während seine Zeitgenossen längst zu Staub zerfielen, blieb er jugendlich, wenn auch bleich, seine Augen schwarz wie Onyx. Er zeigte sich nur noch selten bei Tageslicht, und selbst dann stets unter einem Schleier.
Auf dem unermesslichen Reichtum Harvyns entstand das Haus Deamos, ein zurückgezogenes und Seltsames, aber auch unfassbar mächtiges Adelsgeschlecht, welches ihren Sitz noch immer in dem von ihm gebauten Gemäuer pflegt und dem gleichnamigen Dämonengott Daemos huldigt. Das Haus schwor, die Geheimnisse des Lebens und des Todes zu ergründen, Wissen zu sammeln, das anderen verboten blieb, und die Stimme Daemos’ niemals verklingen zu lassen.