„Wo seine Worte fielen, bebte der Stein. Und wo sein Hammer fiel, wuchs eine Stadt aus Erz und Wille.“


Thrain Dhondur gilt als einer der letzten wahren Herrscher der alten Welt und als der erste König des neuen Zeitalters. Geboren in den tiefen Hallen des Juwelenkamms, wuchs er in einer Ära des Verfalls auf. Während über der Erde die Reiche der Menschen und Elfen im Licht Caldorias erblühten, hielten die Zwerge an ihren Schmieden und alten Bündnissen fest. Thrain war Sohn des Erzschmieds Dornir Dhondur, eines Mannes, der als stur, schweigsam und unbeugsam galt – Eigenschaften, die sein Sohn in sich vervielfachte.

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Schon in jungen Jahren zeigte Thrain eine ungewöhnliche Begabung für das Handwerk, aber auch eine Härte, die selbst unter Zwergen selten war. Man sagte, er könne Stahl durch seinen Blick härten und Steine durch Willenskraft brechen. Als der Erste Aschekrieg ausbrach und die Welt in Flammen stand, zog Thrain sich tiefer in die Berge zurück und schwor, dass kein Dämon, kein Mensch und kein Gott das Reich der Zwerge je zu Asche machen würde.









Als Caldoria fiel und die Sphäre entfesselt wurde, war Thrain bereits ein alter Mann, doch seine Entschlossenheit blieb unerschütterlich. Während ganze Nationen in den Flammen der Höllenportale vergingen, sammelte er die verbliebenen Clans, die Schmiede und Krieger, die den Untergang überlebt hatten. Unter seinem Banner vereinten sich die zersplitterten Linien der Zwergenreiche zu einem letzten großen Zug.

Thrain führte sein Volk über das Mittmeer, auf Schiffen, die mit Stahlplatten und Runen verstärkt waren. Drei Schiffe erreichten schließlich die vereisten Küsten Äons.


Gründung von Dhondur

Im Herzen des Lakjet-Gebirges, wo der Wind selbst zu Eis gefror, begann Thrain sein Lebenswerk. Mit bloßen Händen und dem Willen eines Volkes aus Überlebenden ließ er Hallen in den Berg schlagen, tiefer und mächtiger als alle zuvor. Diese Hallen wurden zur Stadt Dhondur, der Festung unter dem Frost, ein Ort, an dem die Schmiedehämmer niemals schwiegen.

Thrain herrschte von seinem Thron aus schwarzem Stahl mit unnachgiebiger Strenge. Für ihn galt keine Schwäche, keine Nachsicht, kein Zweifel. Er verlangte von jedem Zwerg, zu arbeiten, zu kämpfen und zu überleben; nichts weiter, nichts weniger. Wer nicht stark genug war, fiel zurück und wurde vergessen. Viele nannten ihn „den Kaltherzigen“, doch selbst seine Feinde mussten eingestehen, dass unter seiner Führung das Haus Dhondur überdauerte, während ganze Völker untergingen.

In den frühen Jahren der Kolonisation führte Thrain persönlich Feldzüge gegen die Kreaturen des Nordens. Er selbst soll den letzten der großen Schattenwölfe erschlagen haben, ein Monster von der Größe eines Mammuts, dessen Fell heute noch im Großen Torhaus der Stadt hängt. Der Sieg über die Schattenwölfe markierte das Ende der schlimmsten Bedrohung und sicherte den Zwergen die Vorherrschaft über das Lakjet-Gebirge.


Regierung und Vermächtnis

Thrain war kein König aus Liebe zu Macht, sondern aus Notwendigkeit. Er regierte mit eiserner Hand, doch auch mit Gerechtigkeit, so kalt und präzise wie der Stahl, den seine Schmiede bearbeiteten. Unter seiner Herrschaft blühte das Handwerk auf, die Runenmagie der alten Welt wurde neu entdeckt, und die ersten Bündnisse mit kleineren Zwergenclans im Süden wurden geschlossen. Das Dhondurische Reich erstreckte sich schnell über das ganze Lakjet Gebirge.

Als Thrain schließlich starb (manche sagen, er setzte sich eines Morgens auf seinen Thron und stand nie wieder auf), verweigerte sein Volk ihm das Feuer. Stattdessen wurde sein Körper im innersten Schacht des Berges beigesetzt, in einer Gruft aus Adamant, deren Wände unzerstörbar und ohne Zeit sind.