Ravoss von Thartun gilt als einer der einflussreichsten Denker und Erfinder der bekannten Geschichte.
Er war ein Hochelf aus dem kleinen, aber gebildeten Fürstentum Thartun, das für seine Werkstätten, Glasbläser und Tüftler bekannt war.
Schon früh zeigte Ravoss ein unersättliches Interesse an Sprache, Mechanik und der Bewahrung von Wissen.

Er trat im Alter von 120 Jahren in den Dienst des Hofes von Velen’Thar, wo er zunächst als Archivar und Kopist tätig war.
Dort erkannte er die Begrenztheit der Schriftkultur seiner Zeit:
Jedes Buch musste mühsam von Hand abgeschrieben werden – ein Prozess,
der nicht nur Fehler förderte, sondern das Wissen der Welt den Händen weniger Gelehrter vorbehielt.
In seinem Traktat „Über die Vergänglichkeit der Gedanken“ schrieb Ravoss:
„Ein Wort, das nur einmal geschrieben wird, ist wie ein Hauch im Frost.
Doch ein Wort, das sich selbst vervielfältigt, ist wie ein Samen, der Wurzeln schlägt.“
Angetrieben von dieser Idee, begann er die Entwicklung eines Systems,
mit dem Schriften mechanisch vervielfältigt werden konnten.
Seine Experimente führten schließlich zur Erfindung der beweglichen Lettern aus gehärtetem Bronzeholz,
sowie einer Handdruckpresse, die von zwei Personen bedient werden konnte.
Sein erstes gedrucktes Werk, „Über den Fluss der Gedanken“,
markiert den Beginn des Zeitalters des gedruckten Wissens.
Mit dieser Innovation wurde das Wissen demokratisiert –
es verließ die Hallen der Tempel und Akademien und erreichte erstmals den einfachen Bürger.
Ravoss’ Einfluss ging jedoch über die Technik hinaus:
Er war auch Philosoph und Idealist.
Er vertrat die Überzeugung, dass Wahrheit niemals verborgen bleiben dürfe,
und dass Wissen, einmal geteilt, stärker sei als jedes Schwert.
Nach seinem Tod wurde Ravoss’ Leichnam im Tal der Denker bei Velen’Thar beigesetzt,
umgeben von steinernen Tafeln, in die seine berühmtesten Zitate eingraviert sind.
Ein jedes Jahr, am „Tag der Lettern“, bringen Schüler und Gelehrte
Tinte und Papier zu seinem Grab – ein Symbol für die fortwährende Kraft seiner Erfindung.
Heute tragen zahlreiche Akademien, Bibliotheken und Gelehrtenzirkel seinen Namen,
darunter die renommierte Ravoss-Akademie in Trunovia,
deren Wahlspruch lautet:
„Aus Worten werden Welten.“