
Aath ist der Sohn von Nivum, dem Gott des Todes, und Bruder der ebenso gefürchteten Nyx, Herrin der kalten Rache. Beide entstammen der totenstillen Leere des Limbos, geboren aus der Finsternis zwischen den Welten, wo die Stimmen der Verstorbenen in der Ferne flüstern. Doch während Nyx das Schweigen und den Schatten wählte, entflammte Aath im glühenden Zorn jener Seelen, die im Tode keine Gerechtigkeit fanden.
Aath ist der Halbgott der wütenden, blutroten Rache – des brennenden Verlangens nach Vergeltung. Sein Einfluss beginnt dort, wo Leid sich in Hass verwandelt, wo Tränen zu Flammen werden. Er ist eine Gestalt aus brodelndem Zorn, seine Augen glühen wie geschmolzene Kohle, seine Stimme hallt wie donnernder Grimm.
Seine Macht wächst mit der Emotion seiner Umgebung: Je mehr Hass, Angst, Zorn oder Schmerz ihn umgibt, desto gewaltiger wird er. Aath ist bekannt dafür, seine Feinde zu verspotten, zu provozieren, sie bis an den Rand des Wahnsinns zu treiben – nicht aus Sadismus, sondern um ihre Emotionen zu entfachen und sich an ihrer Raserei zu nähren. In einem Kampf gegen ihn fällt jeder, der sein Herz nicht zügeln kann. Zwischen Aath und seiner Schwester Nyx herrscht ein tiefer ideologischer Bruch. Während Nyx Rache als kalte, überlegte und unausweichliche Gerechtigkeit begreift – eine scharfe Klinge im Dunkel – lebt Aath die Rache als brennendes Fanal: impulsiv, gewaltsam, leidenschaftlich. Für ihn ist Gerechtigkeit nicht geplant, sondern geschrien, nicht abgewartet, sondern genommen.
Dieser Zwist führte zur großen Trennung: Der Legende nach kam es zu einem göttlichen Kampf, in dessen Verlauf Nyx ihren Bruder besiegte und in die Tiefen des Limbos verbannte, wo er bis heute in ewiger Gefangenschaft schmort – umgeben von Seelen, deren Schreie seine Flammen nähren, und doch unfähig, seinem Zorn Ausdruck zu verleihen.