Die erste Äonium-Mine wurde von den Zwergen Dhondurs im äußersten Norden des Fryss-Gebirges entdeckt; einem Landstrich, so kalt und unbarmherzig, dass selbst der Atem in der Luft gefriert. Während einer Expedition auf der Suche nach Mithrilvorkommen stießen die Zwerge auf ein fremdartiges, blau schimmerndes Gestein, das selbst unter den härtesten Schmiedehämmern unversehrt blieb. Es war, als hätte der Berg selbst beschlossen, ein Stück Ewigkeit in Stein zu bannen.

Die Zwerge nannten es Äonium, nach der Unvergänglichkeit ihres Heimatlandes Äon. Erste Untersuchungen ergaben, dass das Material völlig unzerstörbar war – kein Feuer, kein Druck, kein magischer Einfluss konnte es brechen oder formen. Trotz dieser Erkenntnis ordnete König Thrain II. Dhondur persönlich an, den Abbau fortzusetzen. Nicht, weil es sich zum Schmieden eignete, sondern weil es ein Geschenk der Götter zu sein schien; ein Zeichen, das man nicht ignorieren durfte.

Der Abbau erwies sich als mühsam und gefährlich: Das Material durchzog den Fels in feinen, unregelmäßigen Bahnen, und viele Bergleute kamen durch Lawinen, Kälte oder magische Entladungen ums Leben. Am Ende aller Mühen gelang es den Zwergen, nicht mehr als einen einzigen Eimer voll reines Äonium zu bergen.

Bis heute ist Äonium eines der seltensten Materialien auf Terran. Seine Eigenschaften haben zahllose Gelehrte, Magier und Alchemisten fasziniert – und frustriert. Es lässt sich nicht formen, nicht schneiden, nicht schmelzen. Einige glauben, es sei nicht von dieser Welt, sondern ein Bruchstück einer göttlichen oder kosmischen Macht.