Zeitraum: ca. 4.135 – 4.080 v. d. K.
Dauer: rund 55 Jahre
Beteiligte Parteien: Caldorische Adelshäuser
Schauplätze: Caldoria und weite Teile des Aeternum


Hintergrund

Das Caldorianische Imperium, das über Jahrtausende hinweg Handel, Kultur und Bildung auf dem Aeternum beherrscht hatte,
befand sich gegen Ende des fünften Jahrtausends v. d. K. auf dem Höhepunkt seiner Macht und seiner Überdehnung.

Adelshäuser wetteiferten um Einfluss am Hof, die großen Handelsgilden rivalisierten um Monopole,
und die Kirche der Zwillingssonnen, welche den Glauben an die göttliche Dualität von Licht und Leben vertrat,
spaltete sich in mehrere dogmatische Strömungen.

Was als Machtkampf zwischen zwei rivalisierenden Fürsten begann,
entfaltete sich bald zu einem Krieg, der die Säulen des Reiches erschütterte.


Ursprung des Konflikts

Die Spannungen entzündeten sich im Jahr 4.135 v. d. K. zwischen den Häusern Valmor und Tessaril, zwei der ältesten Adelslinien Caldorias.

Beide beanspruchten die Kontrolle über die Region Seranth, ein fruchtbares und goldreiches Gebiet im Osten des Reiches bei Thartun,
wo das Sonnenkloster von Melara stand, der heiligste Ort des Glaubens an die Zwillingssonnen.

Als Lord Elric Valmor den Oberpriester der Sonnentempel bestach, um die Region als sein Lehen anzuerkennen,
empfand dies das Haus Tessaril als Gotteslästerung und Beleidigung ihrer Blutlinie.
Der Streit eskalierte zu bewaffneten Scharmützeln, Überfällen und Attentaten,
die sich bald über die Grenzen ihrer Lehen hinaus ausbreiteten.


Der Königsmord und das Jahr der Dämmerung

Im Jahr 4.099 v. d. K. kam es zur Katastrophe:
König Alvared III. und seine Gemahlin Königin Seliane wurden während des Mittsommerfestes im Palastgarten ermordet.
Die Umstände blieben ungeklärt niemand bekannte sich zur Tat, und keine Beweise wurden gefunden.

Doch beide rivalisierenden Häuser gaben einander die Schuld.
Die Anschuldigen zerrissen den Hof, und in der Folge brach das Reich auseinander.

Das „Jahr der Dämmerung“, wie Chronisten später schrieben,
markierte den Moment, in dem das Licht der Zwillingssonnen über Caldoria zu flackern begann.


Der Verlauf der Sonnenkriege

In den folgenden 36 Jahren entbrannte ein erbitterter, wechselhafter Krieg,
der bald weit mehr als nur Valmor und Tessaril umfasste.

Fast jedes große Adelshaus des Reiches bezog Stellung:
einige aus Glaubenstreue, andere aus politischem Kalkül.
Neue Bündnisse entstanden und zerbrachen im Rhythmus der Jahreszeiten.

Magierakademien, Ritterorden und zu großen Teilen der Sonnenklerus teilten sich auf,
sodass ganze Städte von innen heraus zerrissen wurden.

Besonders berüchtigt wurde die Belagerung von Selrath,
bei der die Stadt 12 Jahre lang wechselnd von beiden Seiten gehalten wurde
bis sie schließlich völlig niederbrannte.


Das Ende und die Nachwirkungen

Als der Krieg im Jahr 4.080 v. d. K. endete,
lag Caldoria in Trümmern. Die Bevölkerung war dezimiert, Handel und Wissenschaft stagnierten, und die Grenzen des Imperiums schrumpften drastisch.

Ein notdürftiger Friedensrat der verbliebenen Adelshäuser wurde in der Hauptstadt einberufen.
Man einigte sich auf eine fragile Machtteilung zwischen den führenden Familien,
doch das Vertrauen war unwiederbringlich zerstört.

Chronisten sprechen von diesem Moment als dem Beginn des „langen Sonnenuntergangs“, der Zeit, in der das Caldorianische Imperium langsam, aber unausweichlich, in Dekadenz, Intrigen und Korruption verfiel.