In den Jahren nach der Inkursion litt Pandora schwerer als jeder andere Kontinent unter den Nachwirkungen des Krieges. Ganze Landschaften waren verheert, Städte zerstört, und selbst die Magie der Erde schien erloschen. Als der Staub sich legte und die letzten Dämonenportale versiegelt waren, offenbarte sich das wahre Ausmaß der Katastrophe: das Land war tot.
Die weiten Felder Pandoras, einst die Kornkammern der Welt, waren nichts als verbrannte Erde. Schwarze Asche bedeckte die Ebenen, Flüsse waren von schwefelhaltigem Wasser vergiftet, und kein Samenkorn keimte mehr. Die noch verbliebenen Bauern versuchten, den Boden zu bearbeiten, doch die Saat verfaulte, und selbst magisch genährte Pflanzen verdorrten binnen Tagen.
So begann die Zweite Große Hungersnot, ein Jahrzehnt der Not, das nicht nur Pandora, sondern auch weite Teile von Äon und dem Aeternum heimsuchte. Denn die jungen Kolonien Äons und viele der Handelsstädte im Süden Aeternums waren stark von den Nahrungsmitteln aus Pandora abhängig. Als die Ernten ausblieben, stiegen die Preise ins Unermessliche, und selbst Gold konnte bald kein Brot mehr kaufen.
Die Hungersnot forderte unzählige Opfer. Viele Städte entvölkerten sich, und Karawanen voller Flüchtlinge zogen gen Norden oder über das Meer, in der Hoffnung, anderswo Nahrung zu finden. In dieser Zeit zerbrachen Allianzen, Handelsrouten kamen zum Erliegen, und selbst magische Vorräte, wie sie einst die Erzmagier hüteten, reichten kaum, um die Not zu lindern.
Doch dann geschah etwas, das die Gelehrten bis heute beschäftigt: Das Land begann sich zu erholen. Ganz von selbst.
Die verbrannte Erde, durchzogen von Asche, Dämonenblut und toten Teufeln, hatte sich verändert. Was zunächst als Verwüstung galt, wurde zum Nährboden eines neuen Zyklus. Der Boden Pandoras wurde reicher als je zuvor, voller Mineralien, die aus der zerstörten Materie entstanden waren. Selbst alte magische Narben, an denen nichts mehr wuchs, begannen, ein sonderbar leuchtendes Gras hervorzubringen, das sich bald über die Ebenen ausbreitete.
Innerhalb weniger Jahre kehrte die Fruchtbarkeit zurück. Felder sprossen in neuem Glanz, und das Land trug Früchte in alter Fülle. Die Hungersnot, die eine ganze Generation geprägt hatte, endete fast so plötzlich, wie sie begonnen hatte.