
Wenn die Nächte lang sind und das Feuer knistert, wenn Stimmen leiser werden und das Lied eines Fremden die Stille bricht, dann erzählt man sich in ganz Pandora den Namen Veleran Flinkfeder. Kaum jemand weiß, woher er kam, doch jeder kennt seine Worte. Der kleine Halbling mit dem großen Herzen, mit Feder und Flöte, wanderte über Jahrzehnte durch das Land; ein Chronist der einfachen Leute, ein Sammler der Geschichten, die niemand sonst aufschrieb.
Aus den unzähligen Begegnungen und Erinnerungen, die er sammelte, wuchs ein Werk, das zum Fundament der pandoranischen Folklore werden sollte – die „Wildermythen“.
In seinem eigenen Vorwort schrieb er:
„Seit vielen Jahren ziehe ich durch die Lande Pandoras, vom goldenen Sand der Gallagahr Halbinsel bis zu den nebelkalten Klippen von Thalmar. Ich habe mit Jägern getrunken, mit Einsiedlern geschwiegen und mit Kindern geträumt. Und überall, wo ein Feuer knisterte und erzählt wurde, habe ich zugehört.“
Die Wildermythen sind mehr als bloße Märchen. Sie sind ein Mosaik der Seele Pandoras – Geschichten von Wölfen, Hexen, Spiegeln und Wünschen, von Hoffnung und Verlust. Unter ihnen finden sich Titel, die bis heute überliefert werden:
Der Junge und das Reh
Die Hexe vom Silvamor
Der Wunsch
Der Wolf, der den Winter vergaß
Der Spiegel aus Eis
Der sprechende Stein
Silberfels, o zeig dich mir
Diese Erzählungen, in unzähligen Variationen weitergetragen, sind Teil der kulturellen Identität Pandoras geworden. Kein anderes Werk hat die Lieder und Reden der Barden so geprägt wie Velerans Sammlung.
Über sein Ende weiß niemand etwas. Zuletzt wurde er irgendwo in der Nähe des Silberkamm gesehen.
Doch in einem sind sich alle einig:
Veleran Flinkfeder war der Hüter der Stimmen einer Welt.
„Und wenn du einst eine Geschichte hörst, die dir vertraut vorkommt, so mag es sein, dass ich sie einst aufgeschrieben habe – oder du sie mir einst erzähltest.“
— Veleran Flinkfeder, „Wildermythen“