„Raum ist kein Ort – es ist ein Zustand der Ordnung.“
— Auroly Folny, aus „Resonanz und Richtung: Studien zur arkanen Struktur“

Geboren in eine wohlhabende Familie aus Sarradorn, zeigte Auroly schon in jungen Jahren eine ungewöhnliche Begabung für magische Theoreme und die Geometrie des Arkanen. Wo andere in Sprüchen und Ritualen dachten, sah er Muster; in Linien, Winkeln und Schwingungen. Seine frühen Schriften „Über die Stabilität des Raumes“ und „Runen als Sprache der Naturkräfte“ gelten als die ersten systematischen Abhandlungen zur Runenmagie, die je verfasst wurden.
Doch sein eigentliches Lebenswerk sollte weit darüber hinausgehen. Auroly glaubte, dass Magie eine Brücke sein könne, nicht nur zwischen den Elementen, sondern auch zwischen Orten. Die chaotische Natur der Teleportationsmagie war zu jener Zeit gefürchtet; viele, die sie wagten, verschwanden spurlos oder materialisierten sich in grotesker Verzerrung oder vollkommen willkürlichen Orten. Auroly jedoch fand eine Lösung: Ätherverbindungen.
Mit dem immensen Vermögen seines Hauses begann er ein Projekt, das mancher Chronist als das gewaltigste magische Unterfangen der Reiche bezeichnet: den Bau der Portale von Folny. Über einhundert Runenbögen ließ er auf den drei großen Kontinenten errichten; in Pandora, Äon und Aeternum. Jeder Bogen wurde in jahrzehntelanger Arbeit gefertigt, aus Materialien, die auf die magischen Schwingungen der Erde abgestimmt waren. Die Runen, tief in den Stein geätzt, verbanden sich mit der Energie des Äthers.
Diese Portale ermöglichten zum ersten Mal eine stabile, sichere Teleportation zwischen festgelegten Punkten. Zwar blieb die Nutzung den Kundigen vorbehalten, nur ein geübter Magier konnte sie aktivieren, weswegen der Großteil der Bevölkerung nur wenig von dieser Erfindung profitieren konnte. Aber für mehrere hundert Jahre bildeten sie das Rückgrat des interkontinentalen Verkehrs der Magiereliten.
Doch wie so vieles im Zeitalter der Reiche, verblasste auch dieses Wissen mit der Zeit. Als das Haus Folny in den Dämonenkriegen zerfiel, wurden viele der Portale vernachlässigt oder vergessen. Einige wurden im Krieg zerstört, andere von der Wildnis verschlungen. Nur wenige, verborgene Portale sollen bis heute existieren, verborgen in den Weiten der Welt.
Manche Magier schwören, dass sie noch funktionieren, dass jene, die die Runen zu lesen wissen, noch immer von einem Ende der Welt zum anderen treten können. Doch Aurolys Geheimnisse liegen in Staub und Schweigen begraben.