Lirra Kupferblatt

Geboren in den Hafenvierteln von Port Virella in Silvamor auf Pandora, zeigte Lirra schon früh ein unstillbares Interesse für Karten, Sterne und Küstenlinien. Während andere Kinder Muscheln sammelten, zeichnete sie Strömungen und Windrichtungen in den Sand. Später, mit kaum zwanzig Jahren, heuerte sie auf einem Handelsschiff der Perlenfraktion an und begann ihre lebenslange Obsession: die Welt zu vermessen.


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Ihr Talent für Navigation und Kartenlesen war legendär; ebenso wie ihr Jähzorn und ihre Vorliebe für starken Rum. Sie war genial, aber unberechenbar. Ihre Crew verehrte sie und fürchtete sie gleichermaßen. Zweimal kam es beinahe zur Meuterei: einmal vor der Küste von Marrukh, als sie trotz drohenden Sturms auf Kurs blieb, und einmal vor den Dämmerinseln von Trunovia, als sie drei Tage lang kein Wort sprach und nur in kryptischen Skizzen kommunizierte.

Doch ihr Wagemut zahlte sich aus. In einer Zeit, in der die meisten Seefahrer sich kaum über die bekannten Küsten hinauswagten, umsegelte Lirra alle bekannten Kontinente – Pandora, Äon, Aeternum und Trunovia – und entdeckte dabei zufällig einen neuen: Nilvor, ein verborgenes, unberührtes Land jenseits der Sturmwand östlich von Äon. Kein Schiff hatte je zuvor jene Gewässer befahren, und viele halten es bis heute für ein Wunder, dass sie und ihre Mannschaft überhaupt zurückkehrten.

Als sie nach über fünfzehn Jahren wieder in Port Virella anlegte, war sie kaum wiederzuerkennen; wettergegerbt, halb taub vom Wind, und doch mit einem Lächeln, das alles sagte. Ihre Karte, die Kupferblatt-Weltkarte, wurde später als Standard für alle Weltkarten festgelegt.