Tautau, der Blutkönig

„Wer das Chaos beherrscht, beherrscht die Welt.“
- Historikerin Sera Hilhorn, Die Welt aus der Asche Bd. IV

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Tautau war ein Minotaurus unbekannter Herkunft, der in den Jahrzehnten nach dem Zusammenbruch Caldorias im westlichen Aeternum in Erscheinung trat. Über seine frühe Lebenszeit ist kaum etwas bekannt; weder seine Geburt noch seine Blutlinie sind belegt. Sicher ist nur, dass er zu einer Zeit aufstieg, in der das Land am Rande des völligen Verfalls stand.








Aeternum war nach dem Ersten Aschekrieg ein Ort des Todes und der Verzweiflung. Ganze Regionen lagen in Schutt und Asche, die Überlebenden lebten in zerfallenen Dörfern oder nomadischen Gruppen, geplagt von Hunger und Krankheit. In diesem Vakuum von Macht und Ordnung begann Tautau, sich eine Gefolgschaft aufzubauen; zunächst aus Söldnern, Ausgestoßenen und anderen Minotauren, später auch aus Menschen, Orks und anderen Kriegern, die in seiner Stärke eine Chance auf Schutz sahen.

Er war kein charismatischer Redner, kein Führer aus Überzeugung. Seine Macht beruhte auf Furcht, eiserner Disziplin und gnadenloser Konsequenz. Tautau bestrafte Ungehorsam ohne Zögern, verlangte Gehorsam über jedes Maß hinaus und duldete keinerlei Schwäche. Sein Wort war Befehl, sein Urteil endgültig. Diejenigen, die überlebten, taten es, weil sie lernten, seinem Willen zu folgen.

Unter seiner Führung wurde Roherra, eine halbverfallene Stadt im Westen Aeternums, neu aufgebaut als militärisches Zentrum. Mauern wurden verstärkt, Türme errichtet, die Straßen von den Leichen derer gepflastert, die Widerstand geleistet hatten. Roherra wurde zur Festung der Tegaria, dem militärischen Orden, den Tautau gründete.

Das Haus Tegaria verstand sich nicht als Adelsgeschlecht, sondern als Kriegsmaschine. Es diente keinem König, keinem Glauben und keiner Moral. Sein einziger Zweck war der Erhalt und die Ausweitung seiner Macht. Unter Tautaus Herrschaft verbreiteten sich seine Krieger über die Ödlande, unterwarfen kleinere Clans, erpressten Tributzahlungen und zwangen Überlebende in ihren Dienst.


Er starb vermutlich jung, entweder in einem inneren Aufstand oder durch eine gezielte Meuterei. Nach seinem Tod wechselte die Führung von Haus Tegaria oft, aber dennoch blieb Tautaus Einfluss bestehen: Die Prinzipien seiner Herrschaft – Stärke, Disziplin, Furcht – bildeten das Fundament aller späteren Kriegsorden im Aeternum.