Valerius Mirenth war der letzte Erzmagier der alten Welt –
ein Mann, dessen Genie ebenso groß war wie die Tragik seines Vermächtnisses.
Er gilt als der Schöpfer der Sphäre von Caldoria,
eines der mächtigsten und zugleich verheerendsten Artefakte der bekannten Geschichte.

Mit seinem letzten Werk rettete er die Welt –
und vernichtete zugleich das Herz ihrer größten Zivilisation.


Image

Valerius Mirenth wurde in den letzten Tagen des Caldorianischen Imperiums geboren,
als sich der Glanz der alten Zeit bereits dem Ende zuneigte.
Er wuchs in den Archiven der Großen Universität von Caldoria auf,
wo seine außergewöhnliche Begabung für arkane Theorien früh erkannt wurde.

Mit nur 35 Jahren wurde er zum jüngsten Erzmagier des Reiches ernannt.
Er leitete den Hohen Zirkel der Arkanisten,
eine Gemeinschaft von 13 Magiern, die sich der Bewahrung und Erweiterung
der uralten magischen Lehren verschrieben hatten.

Unter seiner Leitung erreichte die arkanwissenschaftliche Forschung
ihren letzten, strahlenden Höhepunkt – kurz bevor die Dunkelheit begann.



„Wenn wir das Licht der Schöpfung nicht mehr schützen können, müssen wir es entfesseln, um die Finsternis zu verbrennen.“


Als sich um 4.050 v. d. K. die Höllenpforten öffneten und der Erste Aschekrieg begann, stand Caldoria im Zentrum der Vernichtung. Die Dämonenhorden verwüsteten ganze Provinzen, und selbst die größten Verteidigungszauber konnten ihren Vormarsch nicht aufhalten.

Während Adelshäuser flohen oder sich bekriegten, versammelte Valerius die letzten Arkanmeister in den Gewölben der Universität.
Dort entstand ein Plan, der so kühn wie gefährlich war. Der Rat beschloss, alle verbliebenen magischen Ressourcen, Runen, Essenzsteine und Lebenskräfte in einem einzigen Ritual zu vereinen.
So begann die Schaffung der Sphäre von Caldoria.

Über mehr als ein Jahrzehnt hinweg arbeitete Valerius Mirenth
gemeinsam mit den zwölf Magiern an dem Artefakt. In den Tiefenarchiven der Universität, wo sich Magie und Realität selbst zu verweben begannen,
wurde aus reiner arkaner Essenz ein kugelförmiges Relikt erschaffen –
von der Größe eines Herzens, doch in ihm pulsierte die Macht eines Gottes.

Die Sphäre von Caldoria sollte kein Werkzeug, sondern eine Waffe gegen das Unfassbare sein: Ein göttlicher Funke, geschaffen, um in die Neunte Hölle hinabgesandt zu werden
und die Portale der Dämonen von innen zu vernichten.

Doch das Werk blieb unvollendet. Die Fronten rückten näher, die Universität wurde belagert, und der Kreis der Magier schwand einer nach dem anderen.


Das Ende von Caldoria

Im Jahr 4.000 v. d. K. fiel die letzte Bastion der Menschheit.
Die Stadt stand in Flammen, die Straßen waren von Asche bedeckt,
und die Tore der Universität bebten unter dem Ansturm infernalischer Legionen.

Die genauen Umstände sind nicht ganz geklärt, bekannt ist nur, dass sich ein weiß-goldenes Licht, heller als 1.000 Sonnen, über die Stadt legte. Es folgte eine Explosion, welche nahezu 85 % der bekannten Weltbevölkerung aus.
Der Boden selbst zerbarst, Meere verdampften, und Himmel und Hölle schienen
einen Augenblick lang miteinander zu verschmelzen.

Doch die Portale der Hölle wurden geschlossen.
Die Flammen der Apokalypse erloschen.